Das Örtchen Wantesbeke
Der Name Wantesbeke wird erstmals in einer Urkunde der Schauenburger Grafen zusammen mit noch einigen anderen Döfern im Jahre 1296 erwähnt.
Die Dörfer in der Gegend um Hamburg sind wahrscheinlich alle Gründungen der Holsteiner. Die Siedlungen entstanden vermutlich um das Jahr 800 herum und sind damit älter als Hamburg. Außer Wantesbeke gibt es noch Erwähnungen der Dörfer Smachthagen (Schmachthagen), Rokesberghe, Eugenhusen und Haldesdorpe (Haldesdorf). Diese Dörfer existieren heute nur noch in den Straßennamen, die ihre ungefähre Lage beschreiben wie z.B. die Haldesdorfer Straße. Desweiteren existierten um die Jahrtausendwende das sogenannte Dorpe up de Rahlau, das an der heutigen Rahlau, einer Straße in Rahlstedt, gelegen ist, sowie die Siedlungen Bergedorf, Bergstedt, Duvenstedt, Eidelstedt, Farmsen, Hamm, Mellingstedt, Othmarschen, Ottensen, Rellingen, Sasel, Schnelsen und Stellingen.
Wantesbeke bestand im 11. Jahrhundert aus vier Gehöften oder Hufen, auch Bauernstellen genannt. Die Wenden wurden Anfang des 12. Jahrhunderts endgültig bezwungen. Abseits der Handelswege existierte um die Jahrtausendwende noch das Dorf Vermerschen, Vermersen oder Varmissen in der Behre, dem heutigen Farmsen an der Berner Au.
Desweiteren existierte noch das Dörfchen Oldenvelde, das mit sechs Hufen sehr viel größer war als Wantesbeke.
Das Klima war im 10. Jahrhundert wohl recht freundlich. Jedenfalls lassen das die Eiskernbohrungen in Grönland vermuten, anhand derer sich Rückschlüsse auf die damaligen Temperaturen und Niederschläge ziehen lassen. Dafür wird das Verhältnis des stabilen Sauerstoffisotops δ18O zum normalen Sauerstoffatom 16O, sowie der Anteil schweren Wasserstoffs (Deuterium, δD) im Gletscherwasser bestimmt. Aber auch archäologische und historische Quellen, die von außergewönlichen Klimaerscheinungen berichten, werden zur Klimaanalyse herangezogen.
Einer Zeit ungünstiger Klimaverhältnisse zur Völkerwanderungszeit folgte ab ca. 700 nach Chr. wieder freundlicheres Klima. Im späten 10. Jahrhundert setzte dann sogar das sogenannte "mittelalterliche Klimaoptimum", eine längere trocken-warm Periode ein, die sich im letzten Jahrzehnt des Jahrhunderts wohl in einer ungewöhnlichen Trockenheit mit einer Häufung von Dürrejahren äußerte.
Pollenanalytischen Untersuchungen zeigen für Norddeutschland, daß der Wald in dieser Region von Buchen dominiert wurde. Häufig waren auch Eichen und Birken. Schwarzerle, Linde und Ulme kamen hingegen seltener vor. Als häufigste Kulturpflanze findet sich der Roggen, das wichtigste Korn zur Brotherstellung.
Referenzen: |
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| Europas Mitte um 1000, Band 1 |