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Namensgebung

Die Namenauswahl spielt für die Charaktere einer Geschichte eine große Rolle.

Manchmal spricht ein Name schon von allein. Wir haben unseren Figuren ihre Namen gegeben, ohne zu wissen, was sie bedeuten und ohne zu wissen, ob sie in der Zeit überhaupt tragbar sind.
Umso witziger, daß die meisten Namen zufällig auch in ihrer Bedeutung auf die Charaktere passen - Nomen est Omen. Allerdings mußten wir anhand der zeitlichen Einordnung schon einige Namen ändern, was wir selbstverständlich auch getan haben.
Hier eine kleine Abhandlung über die Namen der Figuren und ihre Bedeutung.

Allgemein

Die Überlieferung der Namen liefert insofern ein gefälschtes Bild, das die Namen, die in den Quellen (in der Regel Urkunden) vorkommen, zumeist Namen von wichtigen Persönlichkeiten, also Adeligen und Geistlichen sind. Nur manchmal, wenn zum Beispiel Unfreie verschenkt werden, tauchen auch Namen von einfachen Leuten auf.

Nach Wilhelm Schlaug ist die ungleiche Vertretung der sozialen Schichten in den Quellen jedoch unwesentlich für die Erfassung der benutzten Namen, da es kaum einen Unterschied in der Namensgebung gäbe. Erbliche Namen aus adeligen Familien werden genauso von hörigen Bauern getragen. Schlaug vermutet, daß neue, modernere Namen zuerst von der Oberschicht angenommen wurden. Beweisbar ist die Vermutung jedoch nicht.

Kurz- und Kosenamen

Für Adelige wird in Urkunden lieber der Vollname verwendet werden, als mögliche, ebenso gebräuchliche Kurz- oder Kosenamen. In manchen Urkunden werden allerdings trotzdem Kosenamen verwendet, die sich auch sehr familiär ausnehmen können.

Kurznamen sind alle nicht zweistämmigen Namen. Dazu gehören erst einmal die einfachen Namen ohne besondere Endung wie Bern, Carl, Dio, Sol oder Wulf.
Dazu kommen Namen, die wohl ursprünglich Beinamen waren, wie zum Beispiel Horobolla (bedeutet Schmierfink) als Spottname.
Des weiteren werden natürlich auch Vollnamen zu Kurznamen verkürzt, z.B. Wolfger zu Wolf oder Carlmann zu Carl.
Eine besondere Form sind die Lallnamen aus der Kinderstube. Das Paradebeispiel dafür ist der Name Poppo, dessen Träger eigentlich Folcmar hieß.

Bedeutung der Namen

Friedrich

FRIDU- bedeutet auf althochdeutsch Friede/Zustand der Ruhe, der Schonung/Beilegung einer kriegerischen Auseinandersetzung, Schutz und Sicherheit. Das Wort ist mit dem angelsächsischen frîdh und dem altnordischen frîdhr verwandt, die schön, sanftmütig und friedlich bedeuten. FRIDU ist etymologisch  auf das mittelhochdeutsche vride/vrit, das althochdeutsche fridu, das germanische *friþu und auf die indogermanische Wurzel aus *prai-/pri- (gern haben, schonen, friedlich-frohe Gesinnung)zurückzuführen.
Das Nebeneinander der Formen FRED und FRID rührt von den unterschiedlichen Dialekten im Frankenreich her: im Osten des karolingischen Reiches benutzte man vorwiegend die Form FRID, im Westen des Reiches FRED.

-RICH stammt von dem althochdeutschen Wort rîhhi/rîchi, das Reich, die Herrschaft, das Reichsoberhaupt, der Herrscher, mächtig, reich, herrlich bedeutet. Das althochdeutsche Wort geht auf das germanische *rîkja (Königreich) zurück. Im Gotischen reiki kommt es auch vor.. Das althochdeutsche Adjektiv rîhhi deckte im Gegensatz zum Neuhochdeutschen ein breiteres Bedeutungsspektrum ab, denn wer reich war, war auch mächtig. Im heutigen Sprachgebrauch muß eine Differenzierung stattfinden. 
Der Namensbestandteil RICH war äußerst sehr beliebt. Er wurde sowohl als erster Namensbestandteil (wie in Richhilde) wie auch als zweiter (Chloderich) verwendet. Als zweites Glied taucht er wegen seiner Bedeutung fast ausschließlich bei Männernamen auf, wie auch das Suffix -RICH, manchmal das männliche Geschlecht anzeigt: Enterich, Gänserich, Mäuserich. Als erste Namenssilbe wird RICH auch für Frauennamen gebraucht, wie in Richhild, Richeldis und Rihgund.

Der Name Frithuricus/Frideric ist bezeugt für Werden um 801/818 n.Chr. und 834 und 900 n.Chr.

Formen des Namens:

Frithurîk, Friteric, Fritheric, Frideric(us), Frederic(us), Frederick, Fritharic(us), Friduric(us) (945 in Magdeburg), Fridiric(us) (952 in Gesecke)

Leopold, Ludwig, Liudwrad

LIUD-
Das ahd. Wort liut knüpft an das urdeutsche Thema leudi an. Liut gehört zu den ältesten deutschen Namenwörtern: schon im 6. Jahrhundert wird auf den häufigen Gebrauch dieser Formen aufmerksam gemacht. Sowohl das mhd. liute als auch das ahd. liuti (im Ahd. gab es einen Singular: liut) gehören zu dem gemeingermanischen Wort für Volk. Dieses gemeingermanische Wort geht mit der baltoslawischen Sippe (von russ. ljud) auf *leudho- Volk zurück. Es stammt von der indogermanischen Wurzel *leudh- wachsen ab. Eigentlich also wohl mit der Bedeutung freie Männer. Der pluralistische Sinn des Wortes ließ auch formell den Plural eintreten zu dem nun kein Singular existiert. Die singularische Form existiert heute noch in Wörtern wie z.B. leutselig. Weiterhin wird z.B. der sidero liut als Nachkommen übersetzt. Nahe Berührungen und zuweilen unlösliche Mischungen geht leudi ein mit: leuba, hloda, leuz.

LUD-
wg. hluda [Adjektiv, vor dem 8.Jh. dokumentiert] as. hlud ahd. (h)lut, chlud mhd. lût nhd. laut Das westgerm. Wort scheint aus dem to-Partizip der ig. Wurzel "kleu " (hören), entstanden. Aus einer anderen Wurzelform hat sich die Bedeutung "berühmt" (verwandt mit gr. klytos, lat. inclutus) entwickelt. Die germ. Wurzel erscheint bald auch als romanisiertes "Clodo-" (siehe c)). Die ahd. Bedeutung umfasst: laut, vernehmlich; lautschallend, dröhnend; bekannt. Das ahd. hlût ist also im Nhd. mit laut fortgesetzt, hat allerdings einen Bedeutungswandel bzw. eine Bedeutungseinschränkung erfahren.

-WIG
Die Abstammung des 2. Namenbestandteils ist weniger eindeutig zu klären. Das ahd. wîg als Bestandteil des ahd. Namens, wird in der Literatur (vgl. Gottschald) aus zwei verschiedenen Wurzeln abgeleitet: a) als Partizipialbildung aus dem starken Verb weihan (kämpfen) gt. weihan, ahd. wehan, mhd. wîgen oder als denominale Ableitung germ. weiga [Nomen, Mask./Neutrum], as. wig, ahd. wîg, wîc
b) aus dem germ. Adjektiv weiha (heilig, geweiht; bezeichnet Personen, die etwas Heiliges trägen und religiös verehrt werden; auch Tempel), g. weiha, afr. wi(g)a , gt. weihs, ahd. wih, mhd. wich Als Wortbestandteil lebt es im Nhd.weiter in "Weihnachten" (ze wîhen nahten) und im Verb "weihen". Die Ableitung in a) führt zu keinem verwandten nhd. Wort außer vielleicht zum archaisch verwendeten "Weigand" (Kämpfer). Die ahd. Bedeutung umfasst: Kampf, Streit, Krieg.

Zusammensetzung: LUD-WIG
Je nach der Zeit seiner Dokumentierung sind die ersten Formen des späteren nhd. Ludwig mit oder ohne Füllung der Kompositfuge zusammengesetzt. Dass der Fugenvokal jedoch nicht immer ein sicherer Hinweis auf die Entstehungszeit sein muss, hat Kaufmann festgestellt. Das Adjektiv und das Nomen zusammen ergeben den Namen, der in etwa folgendes bedeutet: "der im oder durch Kampf Berühmte". Bahlow interpretiert die Zusammensetzung etwas frei als, "der Ruhm und Kampf liebt". Viel wahrscheinlicher erscheint mir die kausale Verknüpfung, vor allem wenn man berücksichtigt, dass dieser Name bei Adligen und Königen sehr beliebt war (vgl. dt. Kaiser "Ludwig der Fromme", 8./9. Jh). Die Namensbildung ist auf jeden Fall in die germ. Zeit einzuordnen. Sehr früh bezeugt ist die romanisierte Form des fränk. Herrschers Chlodwig (ab 482 n. Ch.) als Chlodowech.
Der Name breitet sich im frühen Mittelalter vom Frankenland in ganz Deutschland und auch anderen Ländern aus, so dass er heute in folgenden Formen auftaucht: frz. Louis, engl. Lewis, ital. Ludovico/Luigi, span./port. Luis, ungar. lajos, ndl. Lowik/Lodewick/Lood, schwed. Ludvig. Folgende Ruf- und Familiennamen entstehen: Klodwig, Kluwig, Ludowieg, Lutwig, Luwich, Lodowicks, Lobigs, Lobes, Lad(e)wig, Lattwig, Ledwig. 

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Referenzen:

"Die altsächsischen Personennamen vor dem Jahre 1000" von Wilhelm Schlaug

http://homepages.uni-tuebingen.de/henrike.laehnemann/namen.html