Spielen in Wantesbeke
Spiele sind so alt wie die Menschheit. Und natürlich hat man auch im Mittelalter gespielt. Auch in Norddeutschland. Hier sind ein paar Beispiele.
Schlittschuhlaufen
Sehr beliebt bei Jung und Alt war das Schlittschuhlaufen auf den zugefrorenen Flußläufen in der Gegend von Hamburg mit Hilfe von Knochen, die man sich unter die Schuhe band. Meistens nahm man dazu die Metapodien (Mittelhand- und Mittelfußknochen) von Pferden oder Rindern, woher auch das Eisbein seinen Namen hat (obwohl das normale Eisbein zum Essen vom Schwein ist).
Die Knochen wurden zur Herstellung von Schlittschuhen nur geringfügig verändert: sie wurden vorne zugespitzt und die Gleitfläche etwas geebnet. Dazu kamen lediglich einige Löcher zum Festbinden der Kufen am Schuh.
Schon die jungen germanischen Götter (die Asen) beherrschten der Sage nach das Eislaufen. Die ältesten Funde jedoch, die mit Sicherheit als Schlittschuhe identifizierbar sind, stammen aus der Zeit 3000 vor Chr. (Jungsteinzeit). Aus Norddeutschland gibt es einige Funde aus Schleswigs Altstadt aus dem 11. Jahrhundert
Eine Anleitung um Schlittknochen selbstzubauen gibt es auf der Seite des Museumsdorfes Düppel.
Das Oldenburger Königsspiel oder Hnefatafl
Das Oldenburger Königsspiel, auch Hnefatafl genannt, ist ein sehr altes Brettspiel, das Schach Europas. Hnefatafl war seiner archäologischen Ausbreitung nach ein sehr beliebtes Spiel, das vor allem im Norden Europas auf Spielbrettern verschiedenster Größe gespielt wurde. Der älteste Fund ist ein Spielbrett aus Dänemark, datiert auf 400 nach Chr. Mit den Kreuzzügen wurde Hnefatafl vom Orientalischen Königsspiel, dem Schachspiel, verdrängt.
Im Oldenburger Königsspiel gibt es zwei Parteien: den König und sein Gefolge und die Angreifer. Ziel des Spiels ist es entweder mit dem König zu entkommen indem man mit ihm eine Ecke oder generell den Rand des Spielfeldes erreicht oder, wenn man auf der Angreiferseite spielt, den König gefangen zu nehmen, indem man ihn mit feindlichen Spielfiguren umstellt.
Man kann das Oldenburger Königsspiel zu zweit oder auch zu mehreren spielen, der König jedoch spielt immer allein.
Eine informative Seite für Interessierte ist die von Frank Nießen, der die Regeln, Bilder von unterschiedlichen Spielbrettern und -figuren und einiges mehr auf seiner Seite veröffentlich hat.
Heute kann man ein eigenes Spiel in den Museumsläden vom Oldenburger Wallmuseum oder von Haitabu erstehen.
Würfeln
Zur Zeit um die erste Jahrtausendwende war die gewöhnliche Form eines Würfels noch der Quader, ein länglicher geometrischer Körper mit 4 langen und 2 kurzen Seiten. Funde aus der Altstadt von Schleswig lassen vermuten, daß der quaderförmige Würfel im Verlauf des 11. Jahrhunderts vom kubischen Würfel mit 6 gleich langen Seiten verdrängt wurde.
Mittelalterliche Würfel um 1000 nach Chr. waren aus Knochen oder Horn und wurden oft aus den Röhrenknochen von Pferden oder Rindern hergestellt. Dabei wurden zuerst Stäbe aus dem Knochen geschnitten, die anschließend zu Würfeln oder Quadern abgesägt und dann geglättet und poliert wurden. Die Augen wurden zum Schluß mit einem Drillbohrer gemacht. Im Mittelalter gab es die Gegenseitenverteilung 1-6, 2-5, 3-4 noch nicht - die Augen waren willkürlich auf die Würfelseiten verteilt.
Für Interessierte an der Beinarbeit: Bastel-Dir-Selber-Einen Würfel!
Referenzen: |
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| http://www.ausgraeberei.de/spielzeug/ |
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| Wikipedia: Schlittschuh |
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| Museumsdorf Düppel |
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| Frank Nießens Hnefataflseite |
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| Der Beinschnitzer |